Kirchburg Radeln: Erstmal ankommen

Im Rahmen des Aufrufs: „Deutsches Handwerk hilft“ nehmen wir am Hilfsprojekt „Kirchenburg Radeln – ein Schutzraum für Kinder“ in Rumänien teil und helfen beim Aufbau und der Sanierung der Projekteinrichtungen.

Unser erster Bericht nach längerer Anreise und ersten Tagen im Dorf.

 

In der Nacht zum Ostermontag sind wir in Richtung Rumänien aufgebrochen und nach strapaziösen 24 Stunden kamen wir an unserem Ziel an. Die Fahrt führte uns über Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn hin zu den Landstraßen Rumäniens, die für uns mit der buckligen Lehmpiste des Dörfchens Radeln in der Nähe von Schäßburg (SighiSoara) endete.Anfangs doch sehr erschüttert vom ersten Eindruck des Dorfes waren wir dann froh, von einem Mitarbeiter der Stiftung freundlich begrüsst zu werden.Unsere Stimmung erhellte sich noch mehr durch die Zigeuner Musik die in einem der Höfe zu hören war. Wir erfuhren später, das die Musik von einer Orgel stammte, die Peter Maffay einem Bewohner des Dorfes geschenkt hatte.Wir wurden in einem alten sächsischen Bauernhof einquartiert, in den, seit mehreren Jahren unbewohnt, nun wieder durch uns Leben einkehrt.Die Nächte im siebenbürger Land sind zu dieser Jahreszeit noch kalt, sodass wir als erstes Holz sägten um unsere 2 Räume aufzuheizen.

 

Am nächsten Morgen konnten wir die Schönheit dieses Dorfes, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, erst richtig wahrnehmen. Das Dorf besteht aus vielen traditionellen sächsichen Bauernhöfen, der Kirchburg aus dem 14. Jh. und man erkennt an jeder Ecke seine lange siebenbürger Geschichte.Es wird nun, nach der Abwanderung vieler siebenbürger Sachsen, von sehr freundlichen Rumänen, Zigeunern (für die Sinti & Roma ist Zigeuner in Rumänien ein Oberbegriff und wird nicht als Schimpfwort aufgefasst), rumänischen Ungaren und noch einigen wenigen verbliebenen Sachsen bewohnt.

 

Diese Tradition und Kultur zu bewahren ist eines der Ziele der Stiftung, welche zur Stärkung und Wiederbelebung der dörflichen Infrastruktur verschiedene Einrichtungen unterhalten wird. Geplant sind u.a. ein Bauhof, ein Biobauernhof, eine Arztpraxis und ein Kindergarten.Zur Realisierung hat die Peter Maffay Stiftung den Aufruf „Deutsches Handwerk hilft“ gestartet und es treffen sich hier die verschiedensten Gewerke aus ganz Deutschland, um zu helfen.

 

Das Hauptprojekt der Stiftung, ein Heim für traumatisierte Kinder, konnten wir in seiner derzeitigen Bauphase besichtigen. Es steht kurz vor seiner Vollendung und wird schon bald mit den ersten Kindern den Betrieb aufnehmen.

 

In der ersten Woche werden wir das Tor des evangelischen Friedhofs, die Hoftore und Laubengänge einiger alten Bauernhäuser rekonstruieren. Nach der Aufnahme des Ist-Zustandes nahmen wir unsere Arbeit in der hiesigen Tischlerei der Stiftung auf. Es fehlt an vielem, oft auch einfachem Werkzeug, und es ist sehr viel Improvisation gefragt.

 

Wir sind sehr gespannt auf die Herausforderungen der nächsten Tage!

Veröffentlicht unter Hilfsprojekt Kirchburg Radeln